Bürger sind gefährlich

Chlorhühner aus Idaho und Tiroler Speck aus Kentucky: Das sind nur zwei von vielen Gründen, die die Fundamentalgegner des Freihandelsabkommens (kurz: TTIP) zwischen der EU und den USA gern anführen.

Chlorhühner aus Idaho und Tiroler Speck aus Kentucky: Das sind nur zwei von vielen Gründen, die die Fundamentalgegner des Freihandelsabkommens (kurz: TTIP) zwischen der EU und den USA gern anführen. Die Befürworter hingegen sprechen davon, dass man sich eine solche Jahrhundertchance nicht entgehen lassen dürfe, wenn der Westen seine Vorreiterrolle nicht kampflos an China abgeben wolle.

Beide Argumentationen haben ihre Berechtigung. Und beide zielen am Kern des Problems vorbei. Valide Informationen darüber, wie Washington und Brüssel den größten Wirtschaftsraum der Welt gestalten wollen, gibt es nicht. Die Kerninhalte sind nämlich geheim. Gegenüber Kritikern wird das von Kommissaren und Lobbyisten damit erklärt, dass die Einbeziehung jener, die TTIP letztendlich betrifft, die Verhandlungen erschweren könnte. Wir lernen also: Bürger, die Transparenz fordern, sind gefährlich.

Wie das ankommt, zeigt das aktuelle Euro-Barometer. In Österreich, Deutschland und Luxemburg lehnt die Mehrheit TTIP bereits ab. Andere Länder werden folgen. Ob man in Brüssel irgendwann bemerkt, warum?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2015)

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