Kommentar

Wir brauchen sicher keine Quotenautos

Verpflichtende Quoten für Elektroautos schaden mehr als sie helfen.

Wer bereits einmal das Vergnügen hatte, ein modernes Elektroauto wie beispielsweise einen Tesla zu fahren, weiß, wie sich die Mobilität des 21. Jahrhunderts anfühlt. Statt lautem Brummen kommt nur ein sanftes Surren aus dem Motorraum. Die Bedienung erfolgt über einen zentralen Touch-Screen. Dass der CO2-Ausstoß deutlich reduziert wird und andere Abgase komplett wegfallen, ist für den Fahrer dabei nur ein zusätzlicher Bonus.

Allerdings gibt es nach wie vor eine Reihe von Nachteilen, weshalb Elektroautos bisher ein Nischendasein fristen. So ist die Ladeinfrastruktur noch nicht flächendeckend ausgebaut, was das Problem der niedrigeren Reichweiten drängender macht. Und die Zahl der angebotenen Modelle ist bisher noch überschaubar, die Preise zudem vielfach noch zu hoch.

Alles in allem aber Punkte, die in den kommenden Jahren wohl behoben werden. Die Zeit der Elektroautos wird also kommen – ganz von selbst. Eine verpflichtende Quote, wie sie nun auch von der deutschen Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries ins Spiel gebracht wird, wäre kontraproduktiv. Sie würde die derzeit noch bestehenden Gründe für die Zurückhaltung der Konsumenten nicht beheben, könnte neue Entwicklungen aber hemmen. Gleichzeitig würde sie auch das Image der E-Autos nachhaltig schädigen. Denn wer will schon ein Quotenauto fahren?

jakob.zirm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2017)

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