Schlemmen am Aschermittwoch

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Symbolfoto – REUTERS/Athit Perawongmetha

Das Schöne daran, dass der Valentinstag heute mit dem Aschermittwoch zusammenfällt, ist: Es bietet sich eine gute Gelegenheit, über die Sinnhaftigkeit solcher Tage nachzudenken. Konträrer als diese beiden könnten die Kontrahenten ja kaum sein: hier der tief in der christlichen Tradition verwurzelte Beginn der Fastenzeit, symbolisiert durch ein Aschenkreuz auf der Stirn als staubiges Zeichen der eigenen Endlichkeit; dort ein zwar ebenfalls christlich geprägtes Gedenken an einen Heiligen, das jedoch in Kitsch und Kommerz unterzugehen droht.

Soll man heute also der sicheren Endlichkeit gedenken oder der erstrebenswerten endlosen Liebe? Die Frage ist natürlich falsch gestellt.  Denn selbstverständlich muss beides zugleich möglich sein, dem dialektischen Denkvermögen sei Dank. Wer also meint, heute Abend bei einem mehrgängigen Candlelight Dinner feiern zu sollen, kann das ebenso tun, wie ein anderer diesen Tag mit einem Besuch in der Kirche beginnen möge. Der Kopf bleibt ja trotzdem frei, auch in Glücksmomenten daran zu denken, dass sie mit Sicherheit vorübergehen, oder am Fasttag ein feierliches Mahl für ein andermal zu planen.

Solange man nur denkt. Wie es ganz gewiss auch viele tun, die heute am Fischbüffet schlemmen, weil doch Aschermittwoch ist.

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