Wenn 2018 eine Frau ein Fußballspiel kommentiert

Claudia Neumann kommentiert auf ZDF den CL-Schlager zwischen Real Madrid und Paris St. Germain. Anlass genug, dass in den sozialen Netzwerken die Wogen hochgehen.

Real Madrid gegen Paris St. Germain
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Real Madrid gegen Paris St. Germain
Real Madrid gegen Paris St. Germain – REUTERS

Kaum war das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Real Madrid und Paris St. Germain angepfiffen, stand auf Twitter nicht mehr das Können von Cristiano Ronaldo oder Neymar im Mittelpunkt, sondern die Kommentatorin. Erstmals ließ das ZDF mit Claudia Neumann eine Frau ein Spiel der Königsklasse kommentieren und die Reaktionen waren ernüchternd. Selbstverständlich darf jede/r Zuschauer/in persönliche Präferenzen bei Stil, Stimmlage und ähnlichem äußern, die Kommentare in sozialen Netzwerken wie Twitter aber ließen keinen Zweifel daran, dass Neumanns vornehmlich kritisierter "Fehler" jener war, dass sie eben eine Frau ist.

 

 

Neumann ist den rauen Gegenwind bereits gewöhnt. Während der Fußball-EM 2016 kommentierte sie als erste Frau im deutschen Fernsehen ein Männerspiel und sah sich prompt mit einem Shitstorm konfrontiert. Das ZDF stellte sich damals demonstrativ hinter seine Journalistin, setzte sie auch beim Confederations Cup im vergangenen Jahr ein, Sportchef Dieter Gruschwitz zeigte sich dennoch "erschüttert" und "fassungslos" über die Reaktionen. Die heute 54-Jährige versuchte mit den Kommentaren (oftmals weit unter der Gürtellinie) gelassen umzugehen: "Die meisten waren noch nicht geboren, als ich schon Fallrückzieher versenkt habe."

Neumann selbst bringt übrigens sehr viel Erfahrung im Fußballbereich mit: Einst begeisterte Spielerin machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf und begleitete das Frauen-Nationalteam über die Jahre, genauso wie sie Spielzusammenfassungen von Männer-Partien kommentierte. Dennoch reicht Kompetenz offenbar nicht aus, sondern sorgt die Tatsache allein, als Frau dem (vorwiegend männlichen?) Publikum ein Fußballspiel zu erzählen und zu erklären, auch im Jahr 2018 noch für Aufregung.

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