Die unendliche Geschichte des Otto-Wagner-Areals

Morgenglosse Die Freude darüber, dass man endlich etwas Konkretes verkünden kann, ist so groß, dass sich gleich mehrere Vertreter der Stadt melden.

Fast hätte man nicht mehr daran geglaubt.  Zuerst waren da ambitionierte Wohnbaupläne, dann großer Protest, gefolgt von Streit, Schlichtungsversuchen, einem Mediationsverfahren, schließlich der Bau eines Rehazentrums und ein verkleinertes Wohnungsprojekt (beides in Begleitung kleinerer Proteste), die Frage, was man denn generell mit dem Otto-Wagner-Areal machen könnte, wenn das dort angesiedelte Spital wegzieht, schlussendlich ein angekündigtes Nutzungskonzept , aus dem dann doch nur ein angekündigter Zeitplan für ein Nutzungskonzept wurde, der längst verstrichen ist.  Selbst die Bürgerinitiative, die sich mittlerweile gespalten hat, ist da ein bisschen durcheinander und auch müde geworden. Jetzt aber ist die Freude darüber, dass man endlich etwas Konkretes verkünden kann, so groß, dass sich gleich mehrere Vertreter der Stadt melden. Stadträtin Renate Brauner und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou jubeln und selbst Noch-Bürgermeister Michael Häupl meldet sich zu Wort. Immerhin soll die Central Europe University (CEU), hinter der der US-Milliardär George Soros (genau genommen eine von ihm gegründete Stiftung) steht, nun schon bald auf das Areal des Otto-Wagner-Spitals ziehen und somit ihren dritten Standort (nach Budapest und New York) eröffnen.

Soweit die gute Nachricht. Immerhin haben selbst die Bürgerinitiativen eine Nutzung als Bildungsstandort favorisiert. Es wäre aber nicht das Otto-Wagner-Areal, wenn die Sache schon fix wäre. Man habe eine Absichtserklärung unterzeichnet, ein Memorandum of Understandig (MoU), in dem beide Seiten sich dazu bekennen, dass die CEU in einen Teil des Areals ziehen will und diesen für 99 Jahre mietet. Das klingt zwar gut. Konkret steht darin aber lediglich geschrieben, dass man das Otto-Wagner-Areal als möglichen Standort prüfen will. Immerhin werde kein zweiter Standort geprüft, heißt es von Seiten der Stadt auf Nachfrage. Der Teufel liegt aber bekanntlich im Detail. Und es hieß hier auch schon einmal (nämlich 2011), dass 600 Wohnungen gebaut werden sollen. Daraus sind rund  160 Wohnungen in vier neuen Pavillons geworden, die im Herbst fertig sein sollen. Ein detailliertes Nutzungskonzept liegt immer noch nicht vor, aber immerhin hat man nun  - neben den Wohnungen und dem 2013 eröffneten Reha-Zentrum – nun ein Leuchtturmprojekt, das hier auch andere Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen anziehen soll. Man hofft es zumindest.

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