Es geht um die Patienten, nicht um Funktionäre

Die Kritik der Opposition geht am Thema vorbei.

Hätte man vor drei Tagen eine Umfrage gemacht, wer Alexander Biach ist, ein Großteil der Österreicher hätte wahrscheinlich keine Ahnung gehabt. Vermutlich haben ihn auch viele jener Politiker nicht gekannt, die den Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger jetzt zum Märtyrer der Reform der Krankenkassen machen.

Hört man sich die Kritik der Opposition an, könnte man glauben, die Regierung hat die Reform eigentlich nur gemacht, um die Funktion Biachs aufzulösen, weil er nämlich irgendwann einmal die FPÖ kritisiert hat.

Die nächste große Sorge gilt den Funktionären, die eingespart werden, wodurch das Machtgefüge in den Kassen durcheinandergerät. Denn künftig herrscht Gleichstand zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern, die rote Mehrheit ist Geschichte.


War da nicht noch etwas? Ach ja, die Patienten, die von den Kassen verwaltet werden!

Wenn es eine Frage bei der Reform geben sollte, dann die, was sie für die Krankenversicherten bedeutet. Bleiben die Leistungen gleich, müssen wir mehr bezahlen – das sind die Fragen, womit sich verantwortungsbewusste Politiker beschäftigen sollten. Aber diese Auswirkungen kennt man jetzt noch nicht. Die Opposition sollte sich ihre Aufregung aufsparen, wenn es wirklich zu Verschlechterungen kommt. Um die Funktionäre muss man sich keine Sorgen machen.

norbert.rief@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2018)

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