Hör auf, perfekt zu sein

Sprechblase Nr. 260. Warum „permanent beta“ bloß ein Tippfehler ist.

Clemens Fabry

Vilfredo Pareto wusste es schon im 19. Jahrhundert: Es bringt nichts, perfekt zu sein. 20 Prozent des Gesamtaufwands genügen, um 80 Prozent der Ergebnisse zu liefern. Das also ist effizient – und nicht die in allen Details perfekte Lösung.
So ähnlich ist das bei – Achtung, Sprechblase – „permanent beta“. Es geht weniger um ein abgeschlossenes, fertiges Endprodukt, vielmehr darum, ständig zu probieren, etwas auf den Markt zu bringen und laufend zu verbessern. Um sich dem Wandel auf dem Markt anpassen zu können, sagen die „Permanent beta“-Anhänger.
Großartig, an sich. Solange man nicht der ist, der sich als Kunde mit irgendetwas Halbgarem herumschlagen muss. Da kann man sich dann ohnehin nur an die Hoffnung klammern, dass „beta“ bloß aus einem Tippfehler heraus entstanden ist und man bei jeder Entwicklungsschleife sagen kann: „Permanent better.“

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 2018)

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