Black Friday oder Kauf-nix-Tag: Konsumverhalten als Statement

Kommentar Schlägt man bei den Schnäppchen zu oder übt sich bewusst in Verzicht? Je nachdem, wie man sich selbst sieht und wie man gesehen werden will.

Black Friday
Black Friday
Nach dem Black Friday ist vor dem Cyber Monday. – APA/AFP/GETTY IMAGES/STEPHANIE K

Hätten wir also wieder einmal einen Black Friday hinter uns gebracht. Und natürlich den Kauf-nix-Tag – also die Antithese dazu am Tag danach. Jetzt ist ein Tag Pause, und weiter geht's mit dem Cyber Monday, dem (feierlichen) Beginn des Weihnachtsgeschäfts. Keine Sorge, das wird jetzt keine selbstgefällige Auseinandersetzung mit dem Konsumverhalten der Menschen.

Es ist nur interessant zu beobachten, wie moralisch besetzt und identitätsstiftend unser Kaufverhalten mittlerweile sein kann. Denn das Auftreten an beiden Tagen – also am Black Friday und Kauf-nix-Tag – kommt einem Statement gleich. Entweder man schlägt im Übermaß zu, oder man verzichtet ganz bewusst.

Beides wird inszeniert, zur Tugend stilisiert und zeigt ein bisschen, wie man sich selbst sieht bzw. von anderen gesehen werden will. So kann man sich als gewiefter Schnäppchenjäger oder Konsumkritiker positionieren. Und das Beste: Als Europäer muss man sich nicht einmal entscheiden, beides ist möglich. Denn während der Kauf-nix-Tag hierzulande wie erwähnt auf den Samstag fällt, finden in den USA Black Friday und Buy Nothing Day am selben Tag statt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2018)

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