Sagen wir ja zu Ö-Tube

Die ÖVP hat da eine Idee: Die Inhalte der ORF-Mediathek sollen künftig statt nur sieben Tage lang auf ewig zugänglich sein, als Teil eines Players, der allen heimischen Medien offenstehen und Ö-Tube heißen soll.

Ein netter Name, wohl inspiriert vom fulminanten Erfolg der Einkaufsplattform Shöpping, diesem Amazon für arme, hartgesottene Patrioten. Das Schöne am Ö ist doch, dass es im größten Teil der Welt nicht geschrieben, ausgesprochen und verstanden werden kann. Was auch uns auf eine Idee bringt: Große Nationen wie China und Russland sperren von ihrem Internet ja Böses aus der Fremde aus. Für das kleine, stets ein wenig peinliche Österreich empfiehlt sich eine invertierte Feuermauer: Gewisse heimische Inhalte sollten auf dem Ö-Tube des ÖRF unter Quarantäne bleiben und nur noch für Österreicher zugänglich sein. Das erspart uns künftig die hämischen Sprüche zumal unserer deutschen Freunde: „Was ist da bei euch Ösis schon wieder los?“ Wir denken an Ibiza und illegale Teigtaschen, Fußballpleiten und Andreas Gabalier. All das bleibt dann unter uns: What happens in Austria, stays in Austria. Auf Ö-Tube. Jö. Schön. Töll.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2019)

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