Glosse: "Heute" und die SPÖ-Finanzen

Der Mehrheitseigentümer der Gratispostille "Heute", der Wiener Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Günther Havranek, soll sich um die Finanzen der SPÖ kümmern.

So schließt sich der Kreis: Der Mehrheitseigentümer der Gratispostille „Heute“, der Wiener Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Günther Havranek, soll sich um die Finanzen der SPÖ kümmern. Havranek wird diese Woche 73 Jahre alt, doch die Genossen kommen offenbar ohne seine Expertise nicht aus. Werden die Sozialdemokraten das Gratisblatt nun mit noch mehr Inseraten beglücken? Entwickelt sich „Heute“ zum Nachfolgeorgan der „Arbeiterzeitung“?

Lange wurde spekuliert, wer hinter dem von Eva Dichand geführten Blatt steckt. Viele in der Medienbranche sind überzeugt, dass Havranek die Anteile nur treuhändisch hält. Neben dem Steuerberater ist noch eine „Periodika Privatstiftung“ beteiligt. Das Naheverhältnis zur Faymann-SPÖ ist eklatant. Selbst die Gattin des Kanzlers hat schon für eine Firma gearbeitet, hinter der die „Heute“-Eigentümer stehen.

Gerade weil die U-Bahn-Zeitung laut der jüngsten Medienanalyse in Wien schon auf eine Reichweite von 40 Prozent kommt, dürfen die Leser nicht für dumm verkauft werden: Die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse müssen schleunigst offengelegt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2011)

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