Europa, ein Pulverfass mit Rauchverbot

Europas Banken sind ein Risiko für die Weltwirtschaft. Darüber spannen wir den Schutzschirm des Schweigens.

Europäische Patrioten mit einem Hang zur Paranoia finden in diesen Zeiten viel Nahrung für ihre Obsession. Jeder Puzzlestein, so scheint es, fügt sich zum Gesamtbild der Verschwörung. Erst wurden die Banken in der EU „unschuldige Opfer“ der US-Subprime-Krise. Kaum waren die Wunden verheilt, jaulten die Finanzmärkte auf, weil sich in der Hundehütte des europäischen Hauses (Griechenland macht gerade einmal zwei Prozent der Eurozonen-Wirtschaft aus) ein paar Bretter als morsch erwiesen. Brav spannte man, wie scheinbar gewünscht, einen Schutzschirm über die südlichen Brüder in Not. Seither geloben, wie allseits gefordert, die Staatskanzleien von Helsinki bis Lissabon tagtäglich eiserne Sparsamkeit, während Washington und Tokio weiter so tun, als könne man auch auf Pump bestens leben.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2010)

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