„Me too“ in Wien um 1900: Die Modelle von Klimt und Schiele

Ein privater Schiele-Forscher hat jetzt die Identität eines Modells von Egon Schiele klären können, das mit 18 Jahren von ihm schwanger war.

Er nimmt, wo er findet“, beschrieb eine eifersüchtige Alma Mahler den berüchtigten Trieb ihres Verehrers Gustav Klimt, der im Werben um das It-Girl des Wien um 1900 wenig ausdauernd war. Einen Kuss holte er sich, das soll es gewesen sein. In beiderseitigem Einverständnis. Einen sexuellen Übergriff hat man damals in seiner eigenen gesellschaftlichen Schicht nicht leichter Hand gewagt. Das lebten die Starkünstler bei jenen aus, die von ihnen abhängig waren, bei den jungen Modellen, die meist zu den Ärmsten der Armen gehörten. Was glauben Sie, was passierte, wenn sich eine der Wäscherinnen oder Kellnerinnen bei so einer Sitzung wehrte? „Me too“ in Wien um 1900? Das hat nur funktioniert, wenn es um Minderjährige ging, wie Prozesse um Schiele oder Adolf Loos bescheinigen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2017)

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