Lesen für die Selbsterhaltung

Angeblich kommt uns die Konzentration schneller abhanden als ein herzhaftes Gähnen dauert. Doch die Frankfurter Buchmesse zeigt: Es gibt ein Gegenmittel.

Studenten in einer Bibliothek.
Studenten in einer Bibliothek.
Studenten in einer Bibliothek. – APA/AFP/FRED DUFOUR

Vor wenigen Jahren sorgte ein recht deprimierender Vergleich für Aufsehen. Demnach hätten Goldfische eine Aufmerksamkeitsspanne von neun Sekunden, Menschen würden aber schon nach acht Sekunden die Konzentration verlieren. Rund um den Jahrtausendwechsel sollen es noch zwölf gewesen sein. Während Forscher mittlerweile den glupschäugigen Schwimmtieren, mit denen wir uns höchst ungern vergleichen lassen, doch eine längere Aufmerksamkeitsspanne einräumen, dürfte unsere wohl weiter gesunken sein. Denn Schuld an der Entwicklung ist der digitale Lebensstil, den wir pflegen.

Übrigens schwindet angeblich nicht nur unsere Aufmerksamkeit, sondern auch unsere Intelligenz. Das soll statistisch bewiesen sein. Gut, dass solch unerfreulichen Nachrichten gleich wieder entschwinden, da sind wir gar nicht schuld, acht Sekunden vergehen schnell. Wer diese Theorien nun schrecklich findet, sie nicht glaubt oder während des Lesens vergessen hat, worum es geht, kann jederzeit Einspruch einlegen. Wie? Mit einem Buch. Lesen hat ja viele Vorteile, meist wird Bildung und Empathie genannt, nun kommt auch die Selbsterhaltung dazu.

So wenige Menschen sind es übrigens nicht, die Bücher erwerben - auch wenn anlässlich der Frankfurter Buchmesse Negativschlagzeilen (wieder einmal) Hochkonjuktur haben. In Österreich werden pro Jahr 25 Millionen Bücher verkauft. Und die Daumenregel, dass jeder Österreicher fünf bis sechs Bücher im Jahr liest, gilt weiter, heißt es vom heimischen Buchhandel. Wer sich zwischen zwei Buchdeckeln verliert, straft die Goldfischtheorie Lügen - und zwar alle acht Sekunden. Wenn das kein Anreiz ist.

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