Eltern, schaut ruhig auf eure Smartphones!

„Eltern, schmeißt eure Smartphones weg“, stand gestern an dieser Stelle. Einspruch! Auch Mama und Papa sollen auf ihre Handys starren dürfen.

Mother with baby girl traveling by train looking on cell phone model released Symbolfoto PUBLICATION
Mother with baby girl traveling by train looking on cell phone model released Symbolfoto PUBLICATION
Blick aufs Handy - auch für Mama erlaubt – (c) imago/Westend61 (Daniel Ingold)

Jungeltern kennen das: Türen gehen auf und zu, Menschen strömen rein und raus, es gibt Geräusche, Bewegung, hypnotisch baumelnde Haltegriffe und endlich, endlich, ist das Kind einmal abgelenkt und man hat ein paar Minuten für sich. Schnell der Griff zum Smartphone: ist etwas Wichtiges passiert in der Welt? Hat jemand geschrieben oder angerufen?
 
Eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gewährt Eltern oft eine kleine Pause – und die verbringen sie gerne mit ihren Handys. Sei es, um etwas nachzuschauen. Sei es, um Kontakt aufzunehmen oder auch nur, um ein paar Minuten Candy Crush zu spielen.
 
„Eltern, schmeißt eure Smartphones weg“, stand gestern an dieser Stelle. Aber wieso denn? Man kann nicht 24 Stunden jeden Tag ausschließlich für seine Kinder da sein, sie mit verliebten Blicken ansehen und sie bespaßen. Tuttuttut! Eiei! Auch Mama und Papa brauchen einmal Zeit für sich. Sie haben (oder hatten) ein Leben abseits der Kinder. Interessen, Freunde, einen Beruf. Kinder müssen lernen, sich auch mal selbst zu beschäftigen, zumindest für ein paar Minuten in der U-Bahn.
 
Es gibt natürlich Extreme. Eltern, die auch daheim ihr Handy nicht aus der Hand legen. Die ihre flehenden Kinder ignorieren, weil sie sich durch eine doch eher unwichtige Facebook-Timeline scrollen. Aber wir gehen einmal davon aus, dass die meisten Eltern gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen. Nur eben nicht rund um die Uhr.
 
Ohnehin gilt die Maxime: Glückliche Eltern – glückliche Kinder. Und wenn Mama und Papa der Blick aufs Smartphone glücklich macht, ist das auch okay. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass sie am Smartphone etwas Kluges lesen - oder die Öffnungszeiten des Kinderarztes googeln.

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