Ferngesteuert in den Urlaub

Wie Virtual-Reality-Brillen Ihre Ehe retten könnten

Ausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum Paderborn HNF Besucher mit einer virtuellen Brille Fot
Ausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum Paderborn HNF Besucher mit einer virtuellen Brille Fot
imago/epd

Wenn sein Papa mit der Virtual-Reality-Brille auf der Wohnzimmercouch im Airbus A 330 von Zürich nach Rom fliegt und dabei körperliche Verrenkungen macht, um die Arbeit der beiden Piloten im Blick zu behalten, tippt sich der Zweijährige lächelnd aufs Hirn. Dass sein Vater gerade nur physisch anwesend ist, scheint er schon verstanden zu haben. 

Die Sicht über den Alpen ist ausgezeichnet, erfahren wir; und auch die Stewardess, die die Piloten offenbar gerade nach deren Getränkewünschen fragt, bleibt nicht unerwähnt. Blöd, wenn man nicht mitreden kann.

Ich male mir aus, wie wir schon bald, nebeneinander mit unseren VR-Brillen auf der Couch sitzend und jeder in seiner eigenen Welt, von 3D-Bildern ferngesteuerte Bewegungen machen. Allabendliche Diskussionen über Film- oder Serienauswahl hätten ein Ende, die Gespräche darüber aber auch.

Vielleicht, sinniert mein Mann nach seinem Flug, wird bald jeder Urlaub überflüssig, wenn man sich so leicht an jeden Ort der Welt zaubern kann. Dann müsste man als Paar nicht einmal mehr darüber streiten, wohin die nächste Reise gehen soll. Das würde wohl manche Ehe retten, klingt aber trotzdem nicht sonderlich verlockend.

 

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