Der Brexit-Krimi ist noch nicht im Kasten

Ein bisschen erinnern die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU-Kommission an Filmdreharbeiten: Theresa May hofft immer wieder, die Szene im Kasten zu haben, aber dann haben die Regisseure immer noch etwas daran auszusetzen.

FILE PHOTO: Britain´s Prime Minister Theresa May arrives at Downing Street in London
FILE PHOTO: Britain´s Prime Minister Theresa May arrives at Downing Street in London
Hauptdarstellerin des Brexit-Krimis: Theresa May (Archivbild) – (c) REUTERS (Henry Nicholls)

Ein bisschen erinnern die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU-Kommission an Filmdreharbeiten. „Brexit-Durchbruch, die Neunte“, könnte man sagen. Immer wieder hofft Premierministerin May, die Szene endlich im Kasten zu haben, aber dann hat einer der vielen Regisseure doch noch etwas daran herumzumeckern. „Klappe, die Neunte.“ So ähnlich könnte es auch gestern Abend gewesen sein. Die britische Regierung sprach von einer Einigung über den Austritt aus der EU. Nur leider wollte die Euphorie Theresa Mays niemand so recht teilen. In Brüssel sprach man von einer Einigung auf „technischer Ebene“. Das ist zumindest etwas. Und in London machte May um die angeblich 400 Seiten dicke Vereinbarung einen Eiertanz par exellence. Einzeln wurden ihre wichtigsten Minister in die Downing Street geladen und ins Gebet genommen. May tut sich schwer genug, ihr eigenes Kabinett zu überzeugen. Von einer Mehrheit im Parlament ist sie noch weit entfernt. Und noch weiß keiner, wie Hauptdarstellerin May das Problem mit einer Grenze zwischen Irland und Nordirland lösen will.

Vielleicht ist es gestern ein kleiner Durchbruch gelungen, von einem Ende der Brexit-Dreharbeiten kann keine Rede sein. „Kamera ab! Brexit, die Zehnte!“

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