Willkommen in der wunderbaren Wiener Wohnwelt!

Aus, stop, retour, wo sind die Namensschilder nur. Wie die Stadtverwaltung im Gemeindebau umherirrt und in eine Falle namens Datenschutzgrundverordnung stolpert.

Hell wird sie in solchen Fällen gerne genannt, eine Aufregung wie erst kürzlich erlebt. Die Datenschutzgrundverordnung schreibt vor, hat es da von Wiener Wohnen geheißen, dass in allen Gemeindebauten – und derer gibt es hier auffällig viele – an den Türklingeln die Namensschilder verschwinden müssen. Top 8 also anstelle Mayer/Müller. Gesagt, getan.

Sieben Wochen nach der Ankündigung sind immerhin fünf Prozent der Namensschilder getauscht. Bei einem derartigen „Tempo“ wären bis zu einer kompletten Umstellung fast drei Jahre vergangen. Wir sind in Wien, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Ganz im Gegenteil: Die zuständige (nicht für die Datenschutzgrundverordnung, sondern für das Wohnen) Stadträtin Kathrin Gaal hat es sich jetzt anders überlegt. Alles retour: Die Namensschilder dürfen bleiben.

Eine Art vorgezogene Weihnachtsamnestie? Nicht ganz. Die Stadträtin hat sich offenbar selbst Rat bei Juristen geholt. Und: welch ein Wunder: Die raten dieses und dann wieder jenes. Man sieht, die Datenschutzgrundverordnung sorgt in vielen Bereichen für allerlei Spaß. Außerdem, darauf darf eine Politikerin doch hinweisen, gebe es den Wunsch vieler Wiener Mieter, dass alles beim Alten bleibt. Wie sonst kann man Frau Mayer oder Herrn Müller ohne größere Probleme zum Tarocknachmittag oder Heurigenbesuch abholen?

Die bereits ausgetauschten Schilder werden übrigens jetzt zurückgetauscht. Und, damit nicht genug, jetzt kommt es: Den Mietern entstünde dadurch keine Belastung, hält Stadträtin Gaal in einem Schreiben eilfertig fest. Denn, wie es weiter heißt: Die Kosten trägt Wiener Wohnen. Ernsthaft jetzt? Und woher nimmt Wiener Wohnen das Geld? Also nicht von den Mietern? Sondern? Willkommen in der wunderbaren Welt der Wiener Taschenspielertricks!

 

     

 

 

 

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