24 Shades of Advent

Weihnachten mahnt zur Nächstenliebe. Manche nehmen es damit sehr genau, vor allem, wenn das Werkzeug der Herzensgüte vibriert.

Lust auf Liebe?
Lust auf Liebe?
Lust auf Liebe? – Photo by Erin Walker on Unsplash

"Haben wir noch Batterien?" Eine Frage, die sich heuer unter die klassischen "Wann hast du den Christbaumspitz zum letzten Mal gesehen?" und "Warum steht der Ochs nicht in der Krippe?" mischt. Woher der erhöhte Energiebedarf kommt? Erotische Adventkalender ziehen gerade schnurrend an der essbaren Konkurrenz vorbei.

Ja, Weihnachten wird seit einigen Saisonen - speziell "für Paare mit mehr Erfahrung" - wieder lustiger. Amorelie war der erste Anbieter vor sechs Jahren, der die Schokolade hinter den Türchen gegen Gleitmittel tauschte. "Seither steigt die Nachfrage von Jahr zu Jahr exponentiell", heißt es aus der Christkindlwerkstatt. Die klassische Version ist an vielen Stellen längst ausverkauft. Wer willig ist, könnte noch schnell 230 Euro in das Premium-Kalendermodell investieren. Darin steckt Vibrierendes und Stimulierendes. Kerzen sind auch dabei - gerade zu Weihnachten wichtig. Und wer sich bei der Anwendung unsicher ist, bekommt über eine kostenlose App auch noch Tipps vom Experten.

Aber Kalender sind nicht die einzigen, die dem Fest der Liebe die Unschuld rauben. Verdächtig viele Newsletter von Portalen, die sonst gschamige Lifestyleprodukte vertreiben, setzen zwei Klammern um die "(be)sinnliche Weihnacht" und platzieren glitzernde Peitschen und plüschige Handschellen auf ihren Werbesujets. Bringen uns Vanillekipferl und Glühwein so sehr in Wallung? Offenbar. Rund um die Weihnachtsfeiertage steigt weltweit das Interesse an Sex. Das hat eine Analyse von Online-Daten und Geburtenzahlen gezeigt, die Forscher vergangenes Jahr im Journal "Scientific Reports" veröffentlicht haben. Die kollektive "Stimmung der Liebe" zeigt sich demnach aber erst neun Monate nach Weihnachten am lautesten. In diesem Sinne: Einen fruchtbaren Advent.

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