Brexit-Dilemma: Was würde Hugh Grant tun?

Was Großbritannien jetzt braucht, ist ein "Tatsächlich… Liebe"-Moment.

Hugh Grant und Martine McCutcheon
Hugh Grant und Martine McCutcheon
Hugh Grant (hier mit Martine McCutcheon) als Premierminister David in "Tatsächlich... Liebe". – UIP

Wer kennt sie nicht, die legendäre Szene aus dem Weihnachtsfilm "Tatsächlich… Liebe", in der Hugh Grant als Großbritanniens Premierminister angesichts der Arroganz des amerikanischen Präsidenten bei einer Pressekonferenz der Kragen platzt. "Eine große Nation mögen wir nicht sein, aber wir sind eine großartige Nation", stellt er klar. "Wir sind das Land von Shakespeare, Churchill, den Beatles, Sean Connery, Harry Potter, David Beckhams rechtem Fuß. David Beckhams linkem Fuß, wenn wir schon dabei sind. Und ein Freund, der sich rüpelhaft verhält, ist nicht länger unser Freund." Ja, genau. So hört sich ein Premierminister an, der etwas von sich und seinem Land hält.

Was würde so ein Staatsoberhaupt wohl heute sagen? Inmitten dieses unwürdigen Brexit-Schauspiels, in dem Großbritannien von Tag zu Tag ein bisschen mehr von seiner Selbstachtung aufgibt? Wie könnte sich eine Rede von Hugh Grants Charakter David anhören? Wahrscheinlich so: "Eine große Nation mögen wir nicht sein, aber wir sind eine großartige Nation. Wir sind das Land von Shakespeare, Churchill, den Beatles, Sean Connery, Harry Potter, David Beckhams rechtem Fuß. David Beckhams linkem Fuß, wenn wir schon dabei sind. Also hören wir endlich auf, uns wie ein zerstrittener Haufen bockiger Kinder zu benehmen, die sich nicht eingestehen wollen, einen großen Fehler begangen zu haben. Und geben der Bevölkerung die Chance, diesen Fehler in einem zweiten Referendum auszumerzen, bevor wir den Schaden nie wieder gutmachen können."

Eine absurde Fantasie? Mag sein, aber auf solche Gedanken kommt man, wenn man das ganze Wochenende Nachrichten aus England verfolgt. Während man auf die 100. Ausstrahlung von "Tatsächlich… Liebe" wartet.

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