Hört auf mit dem Männerschnupfen!

Wer von Männern fordert, Gefühle zu zeigen, darf nicht schimpfen, wenn sie einmal jammern.

Ich habe Schnupfen. Ziemlich. Das ist anstregend, macht müde, stört beim Atmen und tut weh, manchmal im Kopf, manchmal in der Nase, manchmal Richtung Ohr. Ich bekomme Mitleid und auch noch beim zehnten Nieser des Tages freundliche Wünsche.

Der Liebste hat auch Schnupfen. „Oh, ein Männerschnupfen?“, heißt es dann süffisant. Nein, einen richtigen. Es mag sogar sein, dass es so etwas wie Männerschnupfen wirklich gibt. Ein von Witzen geplagter, kanadischer Arzt hat Daten zusammengetragen, die andeuten, dass Männer in dieser Beziehung ein schwächeres Immunsystem und folglich stärkere Symptome haben. So oder so. Wer von Männern fordert, Gefühle zu zeigen, darf nicht schimpfen, wenn sie einmal jammern (was jener im konkreten Fall nicht einmal tut). Und wer fordert, Frauen vorurteilsfrei zu behandeln, sollte auch aufhören, „die Männer“ zu pauschalisieren.

Schmerzempfinden und Leidensfähigkeit sind auch innerhalb der Geschlechter ungleich verteilt. In diesem Sinn: Gesundheit!

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