Wer hat noch Zeit für Demos?

Die Zahl der Demo-Teilnehmer ist rückläufig. Aber wen wundert’s, wer hat schon Zeit für so etwas?

Wer hat noch Zeit, um auf Demos zu gehen?
Wer hat noch Zeit, um auf Demos zu gehen?
Wer hat noch Zeit, um auf Demos zu gehen? – APA/HANS PUNZ

Die Zahl der Demo-Teilnehmer in Wien hat sich halbiert. Statt 7000 bis 10.000 Demonstranten, wie noch vor ein paar Jahren, nahmen vorige Woche nur geschätzte 4500 Demonstranten am Marsch gegen den Akademikerball teil. Die Wiener Polizei sprach sogar von nur 1700 bis 1800 Teilnehmern. Auch bei den Donnerstagsdemos, wie gestern Abend, sind die Teilnehmerzahlen im Vergleich zu den frühen 2000er-Jahren gering.

Doch wen wundert’s, für so einen Marsch muss man erst mal Zeit finden. Eine ordentliche Demo dauert immerhin mehrere Stunden. Neben Beruf, Ausbildung, Studium, Beziehung, Freunde, Familie, Kinder, Urlaub, Sport, und Haus bauen/Wohnung renovieren noch Zeit für eine Demonstration zu finden - Chapeau. Bei Minusgraden und Dunkelheit auf die Straße zu gehen, anstatt auf der Couch dahinzugammeln oder den Abend mit Freunden im beheizten Stammlokal zu verbringen – Respekt.

Letztendlich entscheiden die persönlichen Prioritäten, ob die eigene Zeit für eine Demo oder doch etwas "Wichtigeres" draufgeht. Jedenfalls zeigt sich, dass Zeit nach wie vor ein kostbares Gut ist. Kabarettist Gery Seidl sagte unlängst: "Darum verschenke ich Zeit. Ja das kostet natürlich Zeit. Aber es ist Zeit in einer Zeit, wo keiner Zeit hat."

(witt)

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