Wo bleibt eigentlich die Grippewelle?

Vergangenes Jahr erreichte die Grippewelle um diese Zeit ihren Höhepunkt. Vor zwei Jahren war sie sogar schon wieder am Abklingen.

THEMENBILD: GRIPPE / GRIPPEWELLE / VERKUeHLUNG / INFLUENZA / GRIPPALER INFEKT
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Die Grippewelle ist in Österreich noch nicht ausgebrochen. – APA/BARBARA GINDL

Während derzeit die Masern-Pandemie die Bevölkerung verunsichert und mittlerweile auch zu einem Politikum wurde, ist die Grippewelle interessanterweise immer noch nicht ausgebrochen. In Wien beispielsweise gab es in der Vorwoche weniger als 8000 Neuerkrankungen, eine Welle wird erst ab 10.000 Infektionen in einer Woche ausgerufen. In den vergangenen drei Jahren befand sie sich um diese Zeit bereits auf ihrem Höhepunkt oder war sogar schon wieder am Abklingen.

Wo bleibt sie also? Fällt die Grippesaison heuer besonders mild aus? Kommt sie verspätet und wird dafür umso härter und länger? Bleibt Österreich vielleicht sogar komplett verschont? Die Wahrheit ist, wir wissen es nicht. Möglich sind alle Szenarien. Warum? Weil die Impfmoral in Österreich nicht nur bei Masern sehr gering ist, sondern auch bei der Grippe. In Wien etwa liegt die Durchimpfungsrate bei unter zehn Prozent. Dabei würden gegen die bisher nachgewiesenen Viren sämtliche vorhandenen Impfstoffe wirken. Allzu teuer sind sie auch nicht. Bei den Impfstellen der MA 15 kosten sie 13,90 Euro für Impfstoff plus Impfung. Würden wir uns konsequenter impfen lassen, hätte die Grippe also kaum eine Chance. Die Masern im Übrigen auch nicht.

Warum wir das nicht tun? Schwer zu sagen. Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, wenn wir uns das nächste Mal vor dem Umblättern der Zeitung mit den Fingern in den Mund fahren.

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