Das griechische Links-Rechts-Spiel

Syriza wird eine starke Opposition sein. Und Wahlsieger Kyriakos Mitsotakis? Auch er verspricht wieder viel.

Griechlands Wählerinnen und Wähler sind klassische Wechselwähler. Deshalb die vielen politischen Wenden der vergangenen Jahrzehnte, deshalb das permanente Hin und Her zwischen Rechts und Links. Jetzt dürfen halt wieder die Konservativen ran, und natürlich stammt der jetzige Parteichef der Nea Dimokratia, Kyriakos Mitsotakis, aus einer Politikerdynastie – woher denn auch sonst?

Natürlich gehörte auch sein Vater Konstantinos zu jenen, die in den vergangenen Jahrzehnten das Land heruntergewirtschaftet und den Staat finanziell ruiniert haben. Bis dann 2009 der große Crash kam, das Land nur noch mit Hilfspaketen der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds über Wasser gehalten werden konnte. Die auferlegte Sparwelle fegte die Regierungen in Athen hinweg und die linke Syriza von Alexis Tsipras 2015 an die Macht – bis auch Tsipras am Sonntag die Quittung der Wählerschaft für die tiefen Einschnitte in den staatlichen Sozialleistungen und die Ausblutung des Mittelstandes bekam. Immerhin, mit über 31 Prozent erzielte Syriza ein Wahlergebnis, von dem andere linke Parteien in Europa nur noch träumen können. Syriza wird eine starke Opposition sein.

Und Wahlsieger Kyriakos Mitsotakis? Auch er verspricht wieder viel, will die Privatisierungen vorantreiben, die Steuern senken und den Mittelstand entlasten, die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Gut gebrüllt, Löwe. Nur werden es die ausländischen Gläubiger kaum zulassen, dass der in der Eurozone nach wie vor am höchsten verschuldete Staat in seiner Sparpolitik nachlassen kann. Zu oft schon haben ausgabenfreudige Regierungen Griechenland in die Pleite manövriert. Also abwarten, was der Herr Mitsotakis angesichts dieser Zwangslage wirklich zusammenbringt   

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