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Kleine Versehen

Vielleicht ist alles nur ein kleiner legistischer Fehler.

Im Gesetzesvorschlag der Regierung zur Bildungsreform heißt es: „Eine Schule darf nur dann in eine Modellregion einbezogen werden, wenn die Erziehungsberechtigten von mehr als der Hälfte der Schülerinnen und der Schüler und mehr als der Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer der betreffenden Schule der Einbeziehung zustimmen.“ Das ist zwar korrekt gegendert. Da aber von „der“ statt „die“ Hälfte bei den Lehrern die Rede ist, würde es bedeuten, dass auch die Erziehungsberechtigten der Lehrer zustimmen müssen.

Eine ausbaufähige Idee! So könnte man künftig auch Lehrern, die in der Schule mit dem Handy spielen, ebendieses wegnehmen und erst wieder ihren Erziehungsberechtigten ausfolgen. Und beim Elternsprechtag müssten sich die Erziehungsberechtigten der Lehrer bei den Schülern informieren, ob eh gut unterrichtet wird.

Vielleicht ist aber alles auch nur ein kleiner legistischer Fehler. Man erinnere sich nur daran, als im Kraftfahrgesetz das Wort „Schweinwerfer“ statt „Scheinwerfer“ landete. Aber gut, wer noch nie einen Fehler gemacht hat, der werfe das erste Schwein!

Und zum Glück kann man Gesetze ebenso berichtigen wie Gerichtsprotokolle. So musste das deutsche Landgericht Regensburg einmal zerknirscht festhalten: „Die Angeklagte ist nicht bei den Sieben Zwergen, sondern bei den Siemenswerken beschäftigt.“ (aich)

Reaktionen an: philipp.aichinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2017)

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