Pizzicato

Wahlkampfdetails

Für Wahlkämpfer und solche, die das erst lernen müssen, wird der Sommer herausfordernd.

Keine Frage. Daher eine kleine Handreichung, dass auch winzigste Details passen müssen.

Es war in den 1970er-Jahren. Bruno Kreisky bewarb sich neuerlich um ein Mandat der Wähler (er bekam's schließlich auch mit absoluter Mandatsmehrheit). Otto Pammer, legendärer Produzent der ORF-„Seitenblicke“ und davor Kameramann bei der „Wochenschau“, sollte einen Wahlkampffilm für die SPÖ drehen, in dessen Mittelpunkt – wer denn sonst – Bruno Kreisky stand. Als der Streifen, nach aufwendigen Dreharbeiten im Kanzleramt und im Döblinger Wohnhaus des Kanzlers, etwa beim Frühstück im weißen Bademantel, endlich fertig war, wurde er dem Wahlkampfleiter der Partei, SPÖ-Zentralsekretär „Charly“ Blecha, vorgeführt.

Der aber stoppte plötzlich den Streifen und schüttelte nur den Kopf: „Den können wir net spielen!“ Otto Pammer: „Was ist schlecht? Was gefällt dir nicht?“ Blecha ungerührt: „Den können wir so net spielen!“ Pammer nahm einen neuen Anlauf: „Die Belichtung ist okay, der Schnitt flott . . .“ Blecha: „Technisch ist alles okay. Nur schau' dir die Uhr hinterm Bruno beim Frühstück an. Da ist es neun Uhr fünfzehn. Ein SPÖ-Vorsitzender frühstückt spätestens um sieben!“ (hws)

Reaktionen an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2017)

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