Pizzicato

Tohuwabohu in „Nambia“

Es ist ein rechtes Tohuwabohu auf Erden.

Es ist ein rechtes Tohuwabohu auf Erden, und im Glaspalast der UNO in New York – wo sonst? – trat das babylonische Stimmengewirr neulich wieder in seiner ganzen schillernden Vielfalt zutage. Wo Venezuelas Caudillo Hugo Chávez nach einer Rede George W. Bushs den Schwefel des Teufels aufsteigen sah, las Robert Mugabe dem US-Präsidenten die Leviten. In der Manier eines Jesuitenschülers zieh ihn Zimbabwes greiser Potentat einen „Goliath“.

Das hatte gerade noch gefehlt nach den Drohungen des „Raketenmanns“ aus Pjöngjang. Als ob Trump keine andere Sorgen hätte, muss er ja doch gegen die unpatriotischen „Hurensöhne“ im US-Sport geifern. Gut nur, dass er in Sultan Erdogan einen neuen, dicken Freund gefunden.

Zimbabwe? Eine Terra incognita auf dem Schwarzen Kontinent. Gambia, Sambia, Namibia – einerlei, für Trump eben „Nambia“. Einen Vokal verschluckt, und schon ist ein neuer Staat auf die Landkarte gezaubert. Mit der Geografie ist es bei Donald Trump nicht so weit her, eher hält er es mit Dagobert Duck: Seine Milliardärsfreunde, so schwärmte er, würden in Afrika ja ein Vermögen scheffeln.

Es würde uns darum nicht verwundern, wenn „The Donald“ demnächst den „Prinzen von Zamunda“ – eine Glanzrolle für Eddie Murphy – im Weißen Haus empfangen und sich reich beschenken lassen würde: mit Gold, Weihrauch, Myrrhe und Elfenbein. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2017)

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