Pizzicato

Das große Wahlkampffinale

Der 15. Oktober naht und die Parteien versuchen alles, um im letzten Moment noch Wähler zu überzeugen. Dabei wird auch zu verzweifelten Mitteln gegriffen, etwa zu Hausbesuchen.

Die bringen aber nichts, weil Häuser ohnedies nicht wählen dürfen. Sinnloser sind nur noch Straßenbefragungen.

Der Internetwahlkampf ist für das Volk ohnedies nur noch schwer zu durchschauen. Viele wissen schon gar nicht mehr, für welche Partei Tal Silberstein nun kandidiert. Zum Glück gibt es aber noch die übersichtlichen TV-Konfrontationen. Jeder darf auf jedem Sender einmal gegen jeden antreten, außer jemand zieht den Joker, dann darf man sich vertreten lassen, oder jemand spielt das Ass aus, dann muss der andere in der TV-Konfrontation stehen, während man selber sitzen darf, es sei denn, das Gegenüber hat noch einen Vierziger im Ärmel, dann müssen beide im Handstand diskutieren, aber trotzdem das Ja- oder Nein-Taferl im richtigen Moment heben.

Wenigstens halten noch die Elefantenrunden, was sie versprechen: Die Zuseher rüsseln dabei ein. Ob es doch jemand geschafft hat, wach zu bleiben, wird nach der Debatte beim Faktencheck geklärt. Aber auch für die Kandidaten ist das Wahlkampfende schon beschwerlich. Sie sind vom vielen Reden bereits so heiser, dass sie andere bitten müssen, ihnen ihre Stimme zu geben. (aich)

Reaktionen an: philipp.aichinger@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft
      Kommentar zu Artikel:

      Das große Wahlkampffinale

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.