A wie Austria

Den Firlefanz, erst die Bestallungsurkunde zu überreichen und dann zu suspendieren, hat sich Donald Trump erspart.

Er hat seinen Außenminister, Rex Tillerson, einfach gefeuert. Dafür zeigen sich die USA einmal mehr als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Hier ist sogar eine Karriere vom Geheimdienstchef zum Außenminister möglich. Bei uns ist die Karriere, wenn man einmal Geheimdienstchef war, aus.

Und es ist ja auch ein kluger Schachzug, den Geheimdienstchef zum Außenminister zu machen: Denn er kennt die anderen Länder schon – mitunter besser als diese sich selbst.

So steht in der Kopie des CIA-Akts über Österreich, den unser BVT für mehrere südkoreanische Pässe aus Pjöngjang zugespielt bekommen hat, unter anderem: „Kleines Land, große Wirkung. Weltmarktführer im Skifahren. Politischer Führer – hat die Balkanroute geschlossen! – ungefähr im Alter von Kim Jong-un, aber von Koalitionspartner abhängig. Opposition zwar prinzipiell vorhanden, deren größerer Teil kommt aus dem ,Sudern‘ (umgangssprachlich für: Jammern auf mittlerem Niveau, Beklagen des eigenen Schicksals aufgrund äußerer Umstände, für die man selbst nichts kann, alle anderen aber schon) jedoch nicht heraus. Weiteres siehe Dateien ,Mozartkugel‘, ,Lipizzaner‘, ,Neutralität‘.“ (oli)

Reaktionen an:oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.03.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      A wie Austria

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.