Kurz und das böse Omen

Aufgepasst, Viktor Orbán und Konsorten!

Europas konservative Staats- und Regierungschefs sollten auf der Hut sein vor dem aktuellen EU-Ratsvorsitzenden und seinen tadellosen Schwiegersohnmanieren. Schier überall, wo Sebastian Kurz dieser Tage im nahen und ferneren Ausland auftaucht, eilen seinen Stippvisiten Krise, Chaos, Putschgerüchte und Palastrevolten voraus.

Zwietracht und Hader allenthalben in der christlichen Parteienfamilie. Intrigen, Kabalen und Rücktritte säumen des Kanzlers Pfade. Es ist, als verbreite er ein böses Omen, als steige um ihn herum Schwefel auf. Erst traf es die deutschen Christdemokraten und die bayerischen Spezis, die sich gegenseitig zerfleischten, um daraus dann eine Weißwurst zu drehen. Und wo weilte Kurz? Just in Berlin und München, schließlich auch noch in Linz bei einem Ministertreffen mit Markus Söder und den CSU-Rebellen. Zufall?

In London brach dann bei den Tories die Hölle aus, als der Wiener Galan Theresa May beehrte. Boris Johnson warf die Brexit-Brocken hin, und jede diplomatische Krisenintervention aus Austria war zwecklos. Vielleicht bleibt der Kanzler um des lieben Weltfriedens willen im Sommer darum ja eine Weile in alpinen Gefilden und wandert mit seinen Fans über Stock und Stein von Alm zu Alm. Obwohl: Auch in den Bergen lauern Absturz und Fauxpas. (vier)

Reaktionen an:thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2018)

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