Sein größter Tag

Auch unvergessliche Erinnerungen, sogar Anekdoten gehören in das „Haus der Geschichte“, das am Samstag seine Pforten öffnen wird.

Auch unvergessliche Erinnerungen, sogar Anekdoten gehören in das „Haus der Geschichte“, das am Samstag seine Pforten öffnen wird. Ein Markstein ist natürlich der 15. Mai 1955 mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags zwischen den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs und dem wiedererstandenen Österreich. Der Staatsakt im Marmorsaal des Schlosses Belvedere gehört zum Kanon heimischer Zeitgeschichte.

Unten im Park harrten geschätzte 20.000 glückliche Österreicher. Sie winkten hinauf zu dem Schlossbalkon, auf dem sich die Außenminister und Österreichs Superstars zeigten, koalitionär vereint. Am glücklichsten wirkte Außenminister Leopold Figl, das war sein größter Tag. Selbst der sonst so finstere Sowjetmensch Molotow zwang sich zu einem Lächeln. Für Frankreichs Außenminister Pinay war es der „berührendste Augenblick meines Lebens“, wie er später als alter Mann bekannte. Den Tag der Freiheit beschloss ein Tedeum im Stephansdom. Thomas Chorherr war damals als Berichterstatter für „Die Presse“ dabei und erinnert sich an die berührendste Szene: Kurz vor Beginn dieses Dankgottesdienstes wurde ein gebrechlicher alter Herr in die erste Sitzreihe geleitet: Wilhelm Miklas, der letzte österreichische Bundespräsident vor der Machtübernahme durch die Nazis 1938. (hws)

Reaktionen an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2018)

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