Der Pate IV: Don Trump

Donald Trump in seiner Lieblingsrolle.

Donald Trump ist wieder einmal in seine Lieblingsrolle geschlüpft: Don Trump, der Pate des Trump-Clans und der republikanischen Partei. Das ist nicht verwunderlich: Der Mann ist in der New Yorker Baubranche groß, mächtig und reich geworden, in der die Freunde der italienischen Oper mitplaudern.

Wir haben es ja geahnt: Der US-Präsident hat zu viele Mafia-Filme gesehen. Wie Marlon Brando als Don Corleone eine Katze streichelt und zugleich den Auftrag gibt, einem Hollywood-Produzenten den Kopf seines Pferdes unter die Bettdecke zu legen; wie Robert De Niro und Joe Pesci in „Goodfellas“ Leichen verschwinden lassen; wie De Niro, übrigens ein Intimfeind Trumps, als Casino-Boss die Glitzerwelt von Las Vegas regiert und Falschspieler traktiert – all das muss „The Donald“ schwer beeindruckt haben.

Nicht, dass Trump tote Fische verschicken lässt. Dafür hat er seinen Consigliere, seinen Stabschef John Kelly. Missliebige Minister und Mitarbeiter feuert Trump via Twitter, er lässt sie aus dem Saal entfernen wie lästige CNN-Reporter und „Volksfeinde“ – oder er lässt Kelly die Botschaft überbringen: „You are fired.“ Nur: Wer überbringt am Ende John Kelly die schlechte Nachricht? Solle Francis Ford Coppola je einen vierten Teil seiner Mafia-Saga drehen – er hätte eine ideale Hauptfigur in Don Trump.

thomas.vieregge@diepresse.com

 

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