Der „Herrscher“ im Hause Strache

Im Musikverein lauschten die Spitzen der Republik samt honorigen Gästen aus Finnland, Deutschland und Südkorea den beschwingten Klängen der Wiener Philharmoniker unter Christian Thielemann, ihrem neuen „Zauberer“, der sich unter anderem als Wagnerianer einen Namen gemacht hat.

Nur der Vizekanzler und seine Frau, Wagner-Helden nicht abhold, fehlten in den Reihen der Claqueure und Connaisseure. Sie lagen in den Wehen.

Eine Stunde nachdem der „Radetzkymarsch“ verweht war, begrüßten H.-C. Strache und seine Philippa den sehnsüchtig erwarteten Sohnemann, der sich als Neujahrsbaby verspätet hat. Im Überschwang zeigte sich der FPÖ-Chef und Sportminister von seiner poetischen Ader und als superstolzer Papa: „Endlich bis du da! Du hast mit deinem ersten Schrei den Atem des Lebens aufgenommen und damit unsere Herzen im Sturm erobert! Du bis ein Wunder – du bist Geschenk und Erfüllung.“ Uns kamen die Tränen vor Glück.

Zugleich lüftete er das Geheimnis um dessen Namen: Hendrik. Nach Tristan, seinem ersten Sohn, und Hund Odin hatten wir auf Alberich, Siegfried oder Parsifal getippt. Doch Norwegens Dichterfürst Henrik Ibsen, Autor von „Gespenster“ oder „Ein Volksfeind“, macht als Patron – so die Bedeutung – für den „Hausherrn“ und neuen „Herrscher“ im Hause Strache auch einiges her. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

[P2G00]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2019)

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