Die Lady in Türkis

Blau-weiß, um nicht zu sagen türkis, schimmerte der Schnee von den präparierten Eispisten am Hahnenkamm und Ganslernhang.

Blau-weiß, um nicht zu sagen türkis, schimmerte der Schnee von den präparierten Eispisten am Hahnenkamm und Ganslernhang. Nur von der Regierungsspitze war vorerst niemand zu sehen beim – in dieser Reihenfolge – wichtigsten gesellschaftlichen und sportlichen Event des Jahres, wo Vincent Kriechmayr wie einst Bode Miller den Parforceritt des Jahres hinlegte und sich bei der Weißwurstparty am Abend das Who's who der Republik drängte.

Wo beim Hochfest der „Seitenblicke“-Society früher die Vranitzkys, Gusenbauers und Faymanns neben den Schwarzeneggers, Morettis oder Gabaliers Hof hielten, fragten sich die Adabeis: Wo sind Kurz, Strache und Co.? Hat die türkis-blaue Koalition nichts Besseres zu tun, als just Kitzbühel zu sabotieren, die Außenstelle der Münchner Bussi-Bussi-Gesellschaft? Selbst von der Dame aus dem Haus Ottrubay, um die halb Burgenland gebangt hatte, fehlte jede Spur.

Eine aber tauchte auf: die eisblaue Lady, die zur Vierschanzentournee in Bischofshofen bei der Siegerehrung in Aktion getreten war. Überfliegerin Karoline Edtstadler, omnipräsente Law-and-Order-Frau aus Kickls Ministerium auf dem Sprung nach Brüssel, setzt als Poster-Girl der Partei modische Akzente: mit Sakkos, Schals, Ohrclips und Fingernägeln in der politischen Signalfarbe – in Kitz im türkisfarbenen Anorak. Fehlt jetzt nur noch das türkisfarbene Dirndl. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2019)

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