Das Sussex-Baby und der Storch

Endlich Good News für die Untertanen der Queen und die „bloody“ Boulevardpresse auf dem sturmumtosten britischen Eiland: Der Brexit ist aufgeschoben, und das royale Baby von Harry und Meghan kann jetzt stündlich kommen.

Opa und Uroma in spe, Charlie und seine Mutter Lizzy, die just am Ostersonntag ihren 93. Geburtstag feiert, sind erfüllt von Vorfreude und Stolz.

Herz, was willst du mehr! Der Union Jack wölbt sich angesichts des prallen Bauchs in patriotischem Bausch. Halb britisch, halb amerikanisch: Das „Sussex-Baby“, so der Arbeitstitel, vereint das Beste der beiden Welten. Und es wird, nach der Vorstellung der Brexiteers um Boris Johnson, in eine rosarote Zukunft hineingeboren, in der die transatlantischen Bande vor einem Revival stehen.

Wären da nur nicht die Kalamitäten um die Eltern, die Geheimniskrämerei von Harry und Meghan, die sich und ihr Baby abschirmen von der Öffentlichkeit – keine Belagerung des Spitals durch Paparazzi und Monarchie-Aficionados, keine Seite-eins-Fotos für die „Sun“. „Skandal!“, schreit die Skandalpresse. Das Paar hat sich nach Windsor zurückgezogen, unter den Schutzmantel von Oma Elizabeth und Opa Philip. Im Gebüsch und in den Baumkronen liegen derweil Reporter und Royal Watcher auf der Lauer, ob ein Osterhase herumhoppelt – oder ein Storch im Anflug ist. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com   

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2019)

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