Der Dancing Star

Es ist die nächste Runde im Konflikt Volk gegen Elite. Stefan Petzner ist gewissermaßen die Gelbweste Österreichs. Die Elite artikuliert, was offensichtlich ist:

Dass der Mann nicht tanzen kann. Der Wähler zu Hause vor dem Fernseher votet trotzdem für ihn. Und die Vermutung liegt nahe: Je harscher die Kritik der Elite, je stärker die Unmutsbekundungen, desto größer die Bereitschaft, ihn zu wählen. So wurde Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Elite versteht die Welt nicht mehr. Und der kleine Mann freut sich einen Haxen aus. So geht das jetzt schon jahraus, jahrein – und mittlerweile sind wir bei „Dancing Stars“ angelangt. Der Gap ist kaum zu schließen. Jeder fühlt sich im Recht, genauer gesagt, jeder fühlt eine Form von Ungerechtigkeit. Die einen, weil einer weiterkommt, der nicht weiterkommen soll. Die anderen, weil einer nicht weiterkommen soll, der nicht weiterkommen darf.

Vielleicht sollte man das aber auch nicht allzu ernst nehmen. Das Ganze ist immerhin ein Unterhaltungsprogramm. Auch wenn es dessen Protagonisten dann doch ernster zu nehmen scheinen, nachdem sie einmal hineingekippt sind.

Wie auch immer: Heute Abend wissen wir mehr. Ob der Konflikt Volk gegen Elite noch eine Runde übersteht. (oli)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2019)

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