Freundschaft

Herr Franz S. ist der vorläufig letzte in einer schier unübersehbaren Reihe von niederösterreichischen Landesparteivorsitzenden der SPÖ. Ein Mann für Law and Order.

Die Abkürzung des Namens ist deswegen dienlich, weil sich alles Folgende in der diskreten Schattenwelt von Spionage und Gegenspionage abspielt.

Der gute Herr S. also war einstens roter Polizeigeneral in Wien, als Schwarz-Blau erstmals regierten. Auf einer der obligaten Protestdemos gegen Schüssel und Haider fotografiert und daraufhin zur Rede gestellt, rührte uns damals seine Verantwortung zu Tränen: Das Töchterl habe er doch nur abholen wollen, beschützen vor dem grünlinken Lurch. Dass er trotzdem gefeuert wurde, war ein schweres Unrecht, so musste er sich zeitweise bei Magna die Brötchen verdienen. Und da kam offenbar der geheimnisvolle Spion, Herr M., ins Spiel, der unseren bedürftigen Franz S. zum Urlaub auf Korsika einlud, samt Gemahlin. Und zur Jagd. Standesgemäß. Ein Messer um 8000 Euro für den Waidmann nur so als Draufgab.

Nicht auszudenken, wenn dies einem „anders kolorierten“ Landesparteichef passiert wäre, Gott behüt', gar einem blauen! Wir hören förmlich schon das Gekreisch von Frau Pamela und ihrem Ohrenbläser in der Löwelstraße. Aber so . . . mein Gott! (hws)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2019)

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