Trupperware

Jüngst war's wieder so weit: „Die USA verlegen 1500 Truppen nach Nahost", tönte es aus unserem Staatsfunk.

„Bis zu 5000 Truppen an der Grenze zu Mexiko", war einmal woanders zu lesen, oder dass Russland für ein Manöver „100.000 Truppen" habe aufmarschieren lassen.

Nun, weil diese Verwendung des Begriffs „Truppen" so schiach im Ohr klirrt wie schlecht montierte Panzerketten und das „Pizzicato" ja auch pädagogischen Zweck hat, wollen wir die Sache einmal klarstellen: „Truppen" bezeichnet immer eine Menge, keine Individuen! Ein „Trupp" ist eine konkrete, überschaubar kleine Gruppe (bei Militärs etwa zwei bis acht Mann). Eine „Truppe" ist auch eine Mehrheit, doch eine Spur abstrakter (etwa Fliegertruppe, Schutztruppe, Theatertruppe). Und „Truppen" steht für eine abstrakte Vielzahl von Individuen und/oder Unterabteilungen (etwa: „britische Truppen") sowie die Mehrzahl von „Truppe".

„1500 Truppen" aber gibt es nicht! Das ist ein fehlgeleiteter Import aus dem Englischen (und Französischen): Dort steht Trooper (Troupier) für den niedrigsten militärischen Rang, für Polizisten in den USA und als Synonym für Soldaten generell. Dort gibt's also auch den einzelnen Trooper.

Doch im Deutschen funktioniert das nicht. Wie würde man denn zu einem Einzelnen sagen: Trupper? Trapper? Trappist? Tramper? Trump? Tripper? Na eben. (wg)

Reaktionen an: wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2019)

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