Paris und das Pfingstwunder

Pfingsten und Paris: Für Sportfreunde gehört das zusammen wie Ostern und Hase.

Pfingsten und Paris: Für Sportfreunde gehört das zusammen wie Ostern und Hase. Nicht, dass es ein Naturgesetz gäbe, dass der Pfingstsonntag und das Herrenfinale bei den French Open im Stade Roland Garros zusammenfallen; nicht, dass alle erleuchtet wären auf dem Tenniscourt und in Engelszungen redeten. Weiß Gott nicht. Oft aber fügt der Kalender alles aufs Schönste zusammen.

Legendär, wie John McEnroe Titel und Trophäe gegen Ivan Lendl, den Augenbrauenzupfer aus Ostrava, noch aus der Hand gab; bizarr, wie Michael Chang gegen „Ivan den Schrecklichen“ Mondbälle spielte und von unten servierte. Es gab die Ära des Björn Borg, und es gab Paradiesvögel wie Guillermo Vilas, Yannick Noah und Gustavo Kuerten; es gab Thomas Muster – und es gibt Rafael Nadal.

Österreich wartete auf ein Thiem-Wunder – und dass es über Nacht erneut zur Tennisnation wurde, war schon ein kleines Pfingstwunder. Vom Himmel her kam ein Brausen, Sandkörner stoben, Filzbälle flitzten: Naturgewalt Nadal fegte über Roger Federer hinweg und dann über Dominic Thiem. Ein Déjà-vu in Roland Garros. Whoopi Goldberg, die furienhafte Freundin der Diva Serena Williams, wird sich indes den Namen des jungen Mannes aus Lichtenwörth merken müssen – spätestens in drei Monaten, bei den US Open in Flushing Meadows in ihrer Heimatstadt New York. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2019)

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