O Jubel, o Freude!

Es ist nicht so, dass uns jegliche politische Nachricht reflexartig depressiv stimmt.

Es ist nicht so, dass uns jegliche politische Nachricht reflexartig depressiv stimmt. Nein. Hie und da gibt es diese seltenen Lichtblicke, an denen wir uns aufrichten und schnell eine Banane verspeisen. Die Liste von legalen Nebeneinkünften unserer frisch gewählten Europa-Abgeordneten liegt nun zur Einsicht auf. Und wir freuen uns mit ihnen – und deren Familien –, dass sie von unserem Wohlstand nicht abgekoppelt sind. Freilich: Es mag den Futterneid so manches Abgeordneten nähren, wenn er lesen muss, dass die grüne Fernsehköchin Sarah Wiener für die drei Jahre vor ihrer Wahl ein kumuliertes Einkommen von 70.000 Euro monatlich angab. Jetzt bescheidet sie sich für die gute Sache und verdoppelt lediglich die normale Abgeordneten-Gage. Das ist edel und gerecht. Gehört haben wir leider seitdem nichts mehr von ihr.

Auch die früher so markanten wie originellen Wortmeldungen des Schieder-Andi werden in der Heimat schmerzlich vermisst. Er gfrettet sich in der belgischen Fremde mit dem einfachen österreichischen Salär, obwohl die Lebenshaltung dort kein Bemmerl ist. Zu beglückwünschen sind auch die Bürger von Bad Ischl, deren Bürgermeister nun gleichzeitig im Europaparlament sitzt. Muss ein wahrer Tausendsassa sein. Die Heimat bringt eben viele Talente hervor. Man freut sich darob.  (hws)

Reaktionen an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2019)

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