Vorhang auf!

Ein seltsamer Wahlkampf, finden Sie nicht? Sonderbare Blüten treibt der – ein journalistischer Stehsatz übrigens, so alt wie das Wahlrecht in Österreich.

Und doch, bisweilen kann sich der hartgesottene Beobachter ein Schmunzeln nicht verkneifen. Da ärgert sich eine Schauspielerin per Video (nicht schon wieder Video bitte!!!), also per Video ärgert sie sich über eine Parteichefin, der sie nicht grün ist. Blöderweise hat sie – nämlich die Mimin – noch zwei Schwestern, die konträrer Ansicht sind. Besagte Parteiführerin bietet sie nun als Kontrapunkt auf, und schon haben wir den schönsten Familienstreit – quasi auf offner Bühne, der Kalauer sei uns verstattet. Fehlt nur noch, dass auch die Enkelsöhne aus dieser berühmten Familie ihren Senf dazugeben. Kann ja noch werden. Bemerkenswert erscheint wohl auch, dass sich ein Quasipromi für die Parteichefin engagiert, der in den vielen Jahrzehnten politischer Fron kaum je eine eigene Meinung vertrat. Nein, diesmal ist er nicht verstohlen aufs Häusl geschlichen, sondern hat mannhaft für Frau Rendi-Wagner geworben. Das ist schön, man freut sich. Jetzt warten wir nur noch auf den Start-up-Unternehmer Christian K., der im Wahlkampf 2017 mit dem unpackbaren Slogan unterging: „Holen Sie sich, was Ihnen zusteht!“ Er hat bekommen, was ihm zustand. (hws)

Reaktionen an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

[PQUJM]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2019)

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