Schwarz ? Grün

Wer als Schwarzer nach Wien hineingeht, kommt als Grüner wieder heraus. Ist so. Sagt auch August Wöginger, „der Gust“, wie sie ihn in der ÖVP nennen, dort ist er nämlich Klubobmann.

Er hat natürlich nicht Schwarzer gesagt, sondern „unsere Kinder“. Denn die anderen Kinder, jene, die noch wissen, was sich gehört, sind bekanntlich Türkise geworden.

Aber grundsätzlich hat Wöginger einen wunden Punkt der Volkspartei erwischt: Kinder, die nicht in der JVP sozialisiert und dort gegen die busekfischlermitterlehnerische Verweichlichung der Volkspartei immunisiert wurden, sind natürlich anfällig dafür, dann in der Großstadt auf die Grünen hereinzufallen, wenn die eigene Peergroup den entsprechenden sozialen Druck aufgebaut hat. Und die ÖVP-Elternhäuser, die hier noch Rückhalt geben und Widerstand leisten könnten, sind halt auch nicht mehr das, was sie einmal waren: Die pflegen heute auch weitgehend einen Laisser-faire-Erziehungsstil mit christlich-sozialen Montessori-Elementen so nach dem Motto „Der Kleine wird schon seinen Weg machen.“ Nein, wird er nicht. Man muss ihn ihm weisen. Abgesehen davon, dass er gerade erst begonnen hat, der Weg.

Man sieht das ja auch schon bei den ÖVP-Landeshauptleuten. Drei von ihnen regieren heute mit den Grünen. (oli)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2019)

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