Der, die, das Pauschale

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und so gewöhnt er sich auch an den Klang der Worte. Und ist irritiert, wenn Bekanntes auf einmal anders klingt.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und so gewöhnt er sich auch an den Klang der Worte. Und ist irritiert, wenn Bekanntes auf einmal anders klingt. Wie 1988 bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul, das in Funk und Fernsehen auf einmal „Soul“ hieß. Wenig später hieß „Raider“ dann „Twix“ und Gilbert Schaller „Schilbär“.

All das fiel uns ein, als jüngst die Budgetpläne der Regierung präsentiert wurden, in deren Rahmen das Pendlerpauschale erhöht wird. Ja, Sie haben richtig gelesen: das Pendlerpauschale. Alle Welt sagt zwar die Pauschale, aber bei uns gilt es seit der letzten Pendlerpauschalen-Debatte vor einigen Jahren als Common Sense, dass es das Pauschale zu heißen hat. Klingt zwar komisch, ist aber so.

Dabei gäbe es diesbezüglich lohnendere Aufgaben: Der soeben verstorbene ehemalige argentinische Präsident und seine Frau, die amtierende argentinische Präsidentin, werden hierzulande im Fernsehen beharrlich „Kirchner“ genannt. In (der argentinischen) Wirklichkeit heißen sie aber „Kirtschner“. In Analogie zu „Tschavez“ oder „Batschelet“.

Und ein Wunder eigentlich, dass bei Olympia 2008 keiner auf die Idee kam, Peking „Beidsching“ zu nennen. OLI


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2010)

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