Van der Bellens Windschatten

Erst hinter, dann vor Van der Bellen: Senol Akkilic ist der neue grüne Gemeinderat.

Bellens Windschatten
Bellens Windschatten
(c) Die Grünen Wien / KURT KEINATH

Es war bis zum letzten Moment nicht klar, ob ich hineinkomme“, sagt Senol Akkilic, 45, Grün-Politiker – und mit der heutigen Angelobung Wiener Gemeinderat. Akkilic rückt dem grünen Urgestein Alexander Van der Bellen nach; dieser hat zunächst angekündigt, im Falle einer rot-grünen Stadtregierung nach Wien zu wechseln. 12.000 Vorzugsstimmen zum Trotz bleibt Van der Bellen aber im Nationalrat – und Akkilic kündigt nun seinen Job als Jugendarbeiter. Der „kurdischstämmige Wiener mit Vorarlberger Migrationshintergrund“ ist seit knapp zwanzig Jahren bei den Grünen. In Vorarlberg knüpfte er seine ersten politischen Kontakte. Nach seinem Umzug nach Wien setzte er hier seine politische Tätigkeit mit Schwerpunkt auf Integrations- und Jugendpolitik fort. 2001 wurde er Bezirksrat in Favoriten, drei Jahre später gab er diese Funktion auf. „Es war zu viel neben der Arbeit.“

Akkilic ist Sohn einer Gastarbeiterfamilie, die in den frühen 70er-Jahren nach Österreich gekommen ist. Staatsbürger ist er seit 15 Jahren – auch wenn er sich zwischenzeitlich überlegt hat, nach Großbritannien zu ziehen. Dort lebt seine Tochter Esma. Die 17-jährige Schülerin hat heuer an der britischen Vorentscheidung zum Eurovision-Song-Contest teilgenommen und dabei den dritten Platz belegt; ein „Texthänger“ wurde ihr zum Verhängnis. Die Tochter, so Akkilic, sei letztlich froh gewesen, dass sie nicht gewonnen habe. Und Akkilic selbst? Der ist „froh über Van der Bellens Entscheidung“. duö

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2010)

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