Weit und breit kein starker Mann. Bloß einer: Wladimir Putin.

Der russische Präsident ist nicht nur in Russland beliebter denn je. Auch in Westeuropa hat er mehr Fans, als man vermuten würde. Warum?

Eine gute Presse hat er im Westen ja eher nicht. Wladimir Putin, Russlands Präsident, kommt in der Öffentlichkeit derzeit vor allem als Kriegstreiber vor, als skrupelloser Machtmensch, als eitler Selbstdarsteller. All das entspricht mit hoher Wahrscheinlichkeit den Tatsachen. Bloß in einer Rolle wird Putin zu wenig wahrgenommen: als insgeheim verehrtes Idol überraschend vieler Menschen. In Russland sind Putins Popularitätswerte hoch wie nie – obwohl der Rubel-Kurs sinkt, die Lebensmittelpreise in den Geschäften jeden Tag weiter steigen, und der Ukraine-Konflikt der russischen Wirtschaft schwer zusetzt. Gleichzeitig scheinen auch in Westeuropa immer mehr Bürger und Bürgerinnen vom starken Mann im Osten fasziniert. Nach dem Motto: Endlich ist da einer, der sich etwas traut. Der Amerika die Stirn bietet. Der auf Hinsicht und Rücksicht pfeift, und geradlinig sein Ding durchzieht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2014)

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