Warum das Verhüllungsverbot aus Frauensicht wichtig und richtig ist

Das Verbot, sich zu verschleiern, hat weder mit Rassismus noch mit einem totalitären Staat zu tun, sondern mit dem Ernstnehmen der Menschenrechte.

Zwischen Empörung und Belustigung oszillieren die Kommentare zum kürzlich in Kraft getretenen Verhüllungsverbot. In den Kommentaren ist man meist einig: Das Gesetz sei schlecht, gefährlich, einfach unnötig und nicht exekutierbar. Da wird ins Treffen geführt, es sei rassistisch motiviert, man rede der FPÖ nach dem Mund und die armen Frauen seien nun zu Hause eingesperrt. Oder man mutmaßt belustigt, ob man nun bei Kälte noch einen Schal tragen darf, ohne verhaftet zu werden.
Diese Argumentationen zeugen von Unwissenheit, Ignoranz und Naivität, die einen staunen lässt. Kaum einer, der sich tatsächlich mit dem Thema auseinandergesetzt und versucht hat, sich in die Lage der Betroffenen und der Frauen allgemein zu versetzen.
Ein schönes Beispiel, mit welch unterschiedlicher Seriosität das Thema angegangen werden kann, selbst in ein und derselben Redaktion, lieferte die „Furche“ der Vorwoche: Da empörte sich ein Redakteur in einer Kolumne über das Gesetz, das Ausdruck eines „totalitären Staates“ sei, man damit „religiös konnotierte Bekleidung“ verbieten und „mit Kanonen auf Spatzen schießen“ würde. Den Frauenrechten käme man damit nicht näher.

Das ist drin:

  • 3 Minuten
  • 528 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen
Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft