Mit Automatik dem Klischee davongefahren

Der Dacia Duster dCi 110 lockt in Blackshadow-Trimm mit ungeahnter Ausstattung, die Sechsgangautomatik verleiht diesem SUV unbeschwerten Drive. Was ist die Schattenseite des günstigen Preises?

Macht was her: Dacia Duster in Blackshadow-Trimm.
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Macht was her: Dacia Duster in Blackshadow-Trimm.
Macht was her: Dacia Duster in Blackshadow-Trimm. – (c) finn

Bequem einsteigen, erhöhte Sitzposition, starten, Klimaanlage betrachten, Musik laut und klirrfrei hören, Navigation einrichten, Schalthebel auf D – ohne Ruckeln anrollen, rangieren mit Einparkhilfe und Rückfahrkamera und mit dem ersten leichten Tritt auf das Gaspedal grazil – ganz ohne Dieselgebrüll – aus der Ausfahrt dampfen: So macht SUV-Fahren richtig Spaß. Freude bereitet auch der Außenauftritt. 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, abgedunkelte Scheiben, Métallisé-Lackierung und Chromauspuff, das macht nicht nur für einen Dacia etwas her.

 

Rustikaler Bildschirm

Entspannt sein kann allerdings der, der am Lenkrad sitzt. Egal, ob auf der Landstraße, der Autobahn mit 140 km/h oder einem staubigen, von Steinen gesäumten Feldweg: kein Muckser, Ausreißer oder unerfreulicher Stopp.

Der Dacia Duster dCi, in dieser Version mit 110 PS (Drehmoment 250 Nm) und Blackshadow-Ausrüstungsstufe, widerlegt prompt das Gerücht, dass billige Autos weniger Komfort böten. Abstriche sind bei der Anmutung der Materialien zu machen, dass etwa der Bildschirm nicht in Chrom eingefasst auf dem Instrumententräger prunkt, sondern mit einfacher Grafik etwas altbacken unten in der Mittelkonsole haust.

Doch der Komfort der Sechsgangautomatik per Doppelkupplung lässt nichts zu wünschen übrig. Die kürzere Übersetzung des ersten Gangs hat beim Frontantrieb (1349 kg Leergewicht) schließlich nicht nur im steilen Gelände ihren Vorteil, auch an jeder Ampel ist Behäbigkeit beim Anfahren Altlast anderer Fahrzeuge. Ein flottes Quietscherl blieb dennoch eine Illusion, auch dann noch, als die Start-Stopp-Technologie endgültig Pause hatte.

Das Getriebe verhandelt unauffällig, und verlangen andere Dacia-Modelle (etwa Logan mit schwächerer Motorleistung) ein Schaltfestival mit Gasfuß, um auf Touren und Tempo zu kommen, stürmt dieses SUV mühelos auf 100 km/h. Der Duster zeigt sich gleichmütig, egal, ob in Norditalien im April plötzlich Schnee liegt oder Dauerregen im Salzkammergut die Laune trübt. Auch die Geräuschkulisse des Motors ist – für einen Diesel zumindest – vertretbar. Dass manch Teilchen während der Fahrt scheppert, ist wohl die allerletzte Hürde, die es noch zu nehmen gilt.

Der Duster, dessen Kofferraum 475 Liter Fassungsvermögen aufweist und auf der Rückbank Kindersitze jeder Größe spielend leicht montieren lässt (von den zur Unterhaltung abkommandierten Mitfahrern wurde respektable Kniefreiheit berichtet) liefert auch seitens des Verbrauchs eine Überraschung: Die 280 Kilometer lange Fahrt von Wien nach Salzburg kostete 21,60 Euro, ein Liter Diesel stand mit 1,06 Euro auf der Rechnung. 7,7 Liter auf 100 Kilometer (laut Werk sind es freilich 4,5 l) sind für einen SUV mit sehr flottem Fahrstil dennoch ein akzeptables Resultat.

Der Duster kostet in dieser Version 18.390 Euro, Extras wie Einparkhilfe, beheizbare Vordersitze, Lackierung und Navi-Karten oder elektrische Fensterheber (hinten) sind für 1400 Euro Aufpreis erhältlich. (finn)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2017)

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