Neuvorstellung

Lexus LC: Japanischer Wohlfühlort auf langen Reisen

Ein neues Flaggschiff, ein wunderbarer Reisewagen. Der Lexus LC fasst expressionistisches Design und europäische Tugenden zusammen. Hybridantrieb hebt ihn von den deutschen Mitspielern ab.

Mit dem Appeal einer Konzeptstudie setzt Lexus beim LC das Thema Luxuscoupé in Szene. Der Hybridantrieb mit Sechszylinder ist ein Alleinstellungsmerkmal, aber der klassische V8 ist auch nicht fad.
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Mit dem Appeal einer Konzeptstudie setzt Lexus beim LC das Thema Luxuscoupé in Szene. Der Hybridantrieb mit Sechszylinder ist ein Alleinstellungsmerkmal, aber der klassische V8 ist auch nicht fad.
Mit dem Appeal einer Konzeptstudie setzt Lexus beim LC das Thema Luxuscoupé in Szene. Der Hybridantrieb mit Sechszylinder ist ein Alleinstellungsmerkmal, aber der klassische V8 ist auch nicht fad. – (c) Werk

Wenn jemand eine automobile Reise tut, sollte er es in einem Gran Turismo. Zumindest vergönnt soll es jedem Reisenden sein. Mit dem LC feiert Lexus gleich mehrere Premieren: ein „Luxury Coupé“ in der Modellpalette, den erstmaligen Einsatz einer neu entwickelten Bodengruppe für Fahrzeuge mit Frontmotor und Hinterradantrieb, ein neues Flaggschiff der Modellpalette. Mehr Emotion, Hingabe zu Handwerkskunst und „Beherrschung höchster Automobilbaukunst“ schreibt sich Toyotas Nobelmarke auf die Fahnen. Der neue LC ist das erste Ausrufezeichen der Markenschärfung.

 

Feingeistig

Um das Konzeptauto „LF-LC“ von 2012 mit nur marginalen Designabstrichen in die Serie zu bringen, war einiges an Hirnschmalz nötig, vor allem bei der Gestaltung der Doppelquerlenkervorderachse unter der niedrigen Fahrzeugfront. Auch beim Entwurf der technischen Architektur herrschte große Sorgfalt, um maximale Steifigkeit und Sicherheit zu erreichen. Keine leeren Worthülsen während der Produktpräsentation – das Versprechen löst der LC auf den ersten gefahrenen Metern mit harmonischem, extrem sauber auf sportlichen Komfort abgestimmtem Gleiten ein. Im anwählbaren Sportmodus spannt der GT seine Muskeln ein wenig, die Straße lässt sich ungefilterter lesen. Eine um Rekordrundenzeiten wetteifernde Sportskanone möchte der LC trotzdem keine sein, auch wenn er sich mit zusätzlich gelenkter Hinterachse zackig und präzise sehr flott fahren lässt.

 

Doppelrahmstufe

Eine Philosophiefrage ist die Auswahl zwischen den zwei angebotenen Motorisierungen. V6 mit Hybrid oder V8 – die Wahl fällt, je nach Blickwinkel, einfach oder gar nicht so leicht. Natürlich ist der im gemütlichen Betrieb dank Zehn-Gang-Automatikgetriebes immer satt im Drehzahlkeller grummelnde V8 Sauger, bekannt aus diversen F-Sportmodellen, das goldrichtige Aggregat für ein Luxuscoupé. Wenn von der Leine gelassen, presst der kurzhubige Achtzylinder seine Power linear und von einem betörenden Klangteppich untermalt an die Hinterräder, maximal 477 PS und 550 Nm.

Kann die Hybridvariante dagegen etwas ausrichten? Durchaus. Dank neuer Zusatzübersetzungen (Multi Stage Hybrid) der CVT sortiert auch die Hybridvariante zehn Fahrstufen. Jodelnde Drehzahlorgien sind nur mehr bei schwerem Gasfuß auffällig, sonst legen V6-Benziner und Elektromotor mit einer maximalen Systemleistung von 359 PS ihre Kraft äußerst kultiviert und eines eleganten Gran Turismo würdig an den Tag. Freilich, den bassigen V8-Sound kann sich der Sechszylinder nicht aus den Brennräumen zaubern.

Einmal abgesehen von der leicht besseren Achslastverteilung der Hybridvariante von nahezu 50:50 durch den Akku im Kofferraum, der dadurch auf noch knapper bemessene 172 Liter schrumpft (V8: 192 Liter), macht die Wahl des Aggregats im Bug keinen Unterschied bei der Reisequalität. Autobahn, Landstraße, Bergpass – der expressionistisch gezeichnete Ausnahmedarsteller hat viel Erprobung auf europäischen Straßen hinter sich, die ihn fahrerisch zu einem GT der Spitzenklasse machen. Das spürt man an jedem exakt angepeilten Scheitelpunkt einer Haarnadelkurve oder bei hohen Tempi auf deutschen Autobahnen.
Das Cockpit ist großzügig mit Leder ausgeschlagen, nach japanischen Tugenden eher kompakt geschnitten und leistet sich bis auf ein paar Bedienungseigenheiten von Bordcomputer und Infotainment keine Kritikpunkte. Schon gar nicht, wenn man die Preisgestaltung der auserkorenen Konkurrenz, des ebenfalls sportlich angehauchten 6er-BMW, mit der des Lexus vergleicht.

Das vorsichtige heimische Absatzziel von fünf Stück im restlichen Geschäftsjahr ist jedenfalls schon ums Doppelte überschritten. Mit Sicherheit finden sich künftig mehr Kunden, die sich von der Individualität des Lexus LC bei wenig Abstrichen in der Funktionalität gegenüber der deutschen Premiumkonkurrenz begeistern lassen. Starkes Argument: das bestechende Preis-Leistungs-Verhältnis. Ja, so etwas ist auch in diesen Preisregionen ein Thema. Der LC 500h startet bei 104.900, der LC 500 mit V8 bei 121.900 Euro.

 

Compliance-Hinweis: Die Reisen zu Produktpräsentationen wurden von den Herstellern unterstützt. Testfahrzeuge wurden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2017)

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