Elektroantrieb – ob der Fahrer will oder nicht

Willkommen in der Zone: Wie BMW Plug-in-Hybride bei Bedarf in reine E-Autos verwandeln will.

Freude am Gefahrenwerden: Pedale des BMW iNext, die sich im autonomen Modus in den Fußraum senken.
Freude am Gefahrenwerden: Pedale des BMW iNext, die sich im autonomen Modus in den Fußraum senken.
Freude am Gefahrenwerden: Pedale des BMW iNext, die sich im autonomen Modus in den Fußraum senken. – (c) Werk

Plug-in-Hybride verfügen über eine Traktionsbatterie, die viel kleiner ist als in rein elektrischen Autos, die rein elektrisches Fahren aber dennoch ermöglicht – wenn auch nur über kurze Distanzen. Die Reichweite beträgt je nach Modell und Ausführung – bei vollem Ladestand – 40 bis 80 Kilometer.

BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich hat am Rande der Los-Angeles-Motorshow ein irgendwie naheliegendes Szenario skizziert – das BMW-Fans der alten Schule dennoch irritieren dürfte.

Flexible Fahrverbote. Demnach könnten Plug-in-Hybride seiner Marke so programmiert werden, dass sie bei Bedarf völlig automatisch und ohne Einbindung des Fahrers in den rein elektrischen Modus umschalten.

Das könnte bei Fahrten in Zonen, die Nullemissionsautos vorbehalten sind, der Fall sein. Die Fahrzeuge, so Fröhlich, seien mit GPS und Internet vernetzt und wissen stets genau, wo sie sich befinden.

Wo immer die jeweiligen Behörden permanente oder flexible Fahrverbote für Autos mit Verbrennungsmotor ausgerufen haben, verwandle sich der Antriebskombinierer in ein (lokal emissionsfreies) Elektromobil. Die Technologie werde gerade deutschen Behörden vorgestellt, so Fröhlich, und sei auch eine Lösung für Haushalte, die nicht über mehrere Fahrzeuge verfügen. In Deutschland sind Fahrverbotszonen (einstweilen) für Autos mit Dieselmotoren bestimmter Schadstoffeinstufungen vom Obersten Gerichtshof für rechtens befunden worden.

Technisch ist der Aufwand dafür gering. Das System muss lediglich sicherstellen, dass die elektrische Reichweite ausreichend ist. Dafür könnte der Verbrennungsmotor an Bord veranlasst werden, vorausschauend einen entsprechenden Ladestand der Traktionsbatterie herzustellen, wenn zum Beispiel ein Ziel innerhalb einer solchen Zone im Navigationssystem hinterlegt ist.

Befindlichkeiten des Menschen am Steuer bleiben vorerst unberücksichtigt. Vermutlich wird es als Vorteil wahrgenommen, Zonen mit Restriktionen befahren zu dürfen. Reaktionen der Behörden stehen noch aus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.12.2018)

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