HR-V Sport: Armer Zubehörhandel – was soll man da noch aufbürsten?

Der Honda HR-V Sport versucht, Dynamik und Sportlichkeit in das Fach der kompakten SUV zu bringen. Netter Versuch – denn optisch funktioniert das wohl besser als mit allem anderen.

Ich sehe etwas Dunkles kommen – nein, nicht aus dem Auspuff: Honda HR-V Sport.
Ich sehe etwas Dunkles kommen – nein, nicht aus dem Auspuff: Honda HR-V Sport.
Ich sehe etwas Dunkles kommen – nein, nicht aus dem Auspuff: Honda HR-V Sport. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Hondas SUV in der Mittelgröße, der CR-V, hat einen nicht unbedeutenden Titel errungen – er gilt als weltweit meistverkauftes SUV seiner Klasse. Das liegt vor allem an seinem Bestsellerstatus in den USA, einem Markt, auf dem Honda generell viel stärker ist als in Europa.

Um in unseren Breiten wieder zu ansehnlicheren Marktanteilen zu kommen, hat Honda vor vier Jahren den HR-V lanciert. Der kommt mit einer Länge von knapp unter 4,4 Metern ziemlich exakt beim überaus beliebten Škoda Karoq zu stehen, passt vom Format her also exakt in die aktuell so heiße Klasse der Kompakt-SUV. Entgegen jüngeren Usancen bei Honda steht sogar die Option eines Dieselmotors offen.

Das schaut schön hübsch und schneidig, trotz viel Schmuck in schwarz gar nicht so grimmig aus: Honda HR-V Sport. – Clemens Fabry

Nicht so beim HR-V Sport, der im Zuge des Facelifts der Baureihe neu als eigenes Modell antritt. Er setzt sich optisch deutlich von den – wir wollen nicht sagen: unsportlichen – anderen Varianten des HR-V ab. Die Liste der Stylingdetails ist lang und von der Farbe Schwarz dominiert, seien es Spoiler, Schweller, Blenden, Zierleisten, Leuchtengläser oder die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen.

 

Tuning ab Werk

Früher kam derlei in Eigenbauweise auf und ans Auto und wurde Heimtuning genannt, heute kommt es ab Werk, wohl zum Leidwesen des Zubehörhandels. Nicht einmal einen Fuchsschwanz kann man mehr anbringen, denn dafür fehlt die Antenne.

Was der HR-V Sport sonst noch exklusiv mitbringt, ist seine Motorisierung. Der 1,5-Liter-Benziner mit Hondas Ventilsteuerung i-VTEC (gnädigerweise gegen den Trend ein Vierzylinder) ist mit 130 PS die schon eher kräftig ausgefallen Einstiegsvariante, im HR-V Sport werden dank Turbo stattliche 182 PS (und 240 Newtonmeter) daraus. Die motorbezogene Kraftfahrzeugsteuer wird bei uns ja demnächst neu geregelt, dabei werden kräftige Motoren, die dennoch wenig CO2 emittieren, besser aussteigen als bisher. Momentan kann man die üppige Leistung eher als Kaufhindernis sehen, auch wenn der ausgerufene Kaufpreis von 31.790 Euro im Konkurrenzumfeld ein freundlicher ist. Wetten, dass viele Interessierte das optische Sportpaket gern hätten, aber in Verbindung mit dem schwächeren Benziner oder 120-PS-Diesel?

Wir fuhren den Honda mit manuellem Getriebe und erfreuten uns in erster Linie am schönen Drehmoment, das ein flottes und dennoch schaltfaules Fahren ermöglicht. Selten aber verirrten wir uns in höhere Drehzahlen, denn dann geht es gar aufgeregt zu in dem kompakten SUV. Der HR-V Sport würde gern wahnsinnig sportlich gefahren werden, um seine Talente unter Beweis zu stellen, etwa die spezielle „Performance“-Dämpfung, die sich Wank- und Nickbewegungen der Karosserie wirkungsvoll entgegenstellt.

Aber solche Eskapaden macht man nur unter Protest der Mitreisenden, zu direkt und knuffig fühlt sich das an. Wieder ein Versuch, dem SUV-Format mit seinem zwangsweise erhöhten Schwerpunkt Sportlichkeit abzuringen. Somit ist der HR-V Sport die glänzende Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat. (tiv)

Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      HR-V Sport: Armer Zubehörhandel – was soll man da noch aufbürsten?

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.