Jeep Cherokee: Der kleine Indianer gibt sich gefälliger

Als der neue Jeep Cherokee 2013 vorgestellt wurde, schieden sich die Geister an seiner Frontpartie. Jetzt gibt sich der Mittelklasse-SUV optisch gefälliger, innen wertiger und zeigt mit vielen Assistenzsystemen auf.

Die neue Front scheidet die Geister nicht mehr so stark wie beim Vorgänger.
Die neue Front scheidet die Geister nicht mehr so stark wie beim Vorgänger.
Die neue Front scheidet die Geister nicht mehr so stark wie beim Vorgänger. – (c) Norbert Rief (Norbert Rief)

Es war ein mutiger Entwurf von Jeep, von dem 2013 das Tuch fiel. Nach Jahren der Irrungen und Wirrungen präsentierten die Amerikaner einen neuen Cherokee. Und er polarisierte sofort. Seine schmalen Scheinwerfer und die geknickte Front gefielen einem oder man hasste sie. Gleichgültig war dieser Jeep niemandem.

Mittlerweile sind die Designer ein wenig zurückgerudert. In der aktuellen Version ziehen sich die LED-Scheinwerfer zwar noch immer weit in die Seite hinein, sie sind aber größer und damit gefälliger geworden. Der Cherokee blickt nicht mehr ganz so aggressiv in die Runde, er nähert sich optisch – vor allem hinten – sogar vorsichtig seinem beliebten großen Bruder an, dem Grand Cherokee.

Wirklich massiv überarbeitet hat Jeep das Interieur des Mittelklasse-SUV und die Ausstattung. Fangen wir hinten an: Der Kofferraum ist von 412 auf 448 Liter gewachsen, immerhin ein Wanderrucksack mehr. Bei umgelegter Rückbank ist der Unterschied noch größer: 1555 Liter statt 1267 Liter.

Man kann also einiges transportieren – auf den Rücksitzen aber nicht unbedingt groß gewachsene Menschen. Der Dachhimmel kommt einem bei einer Körpergröße von 1,9 Meter näher, als einem lieb ist. Überraschend bei einem so großen Auto (4,62 Meter Länge; 1,86 Meter Breite). Vorn ist es zwar besser, Fahren mit Hut geht für Großgewachsene aber nicht.

Im Innenraum dominiert Soft-Touch-Material, in der Mittelkonsole Piano Black, am Armaturenbrett und bei den Türen gibt es Lederbezüge – man hat sich erfolgreich um mehr Wertigkeit bemüht. Das Lenkrad wird auch in dieser Klasse zur Schaltzentrale, mit 20 Knöpfen kann man von der Lautstärke des Radios bis zum Telefon vieles steuern.

Apropos: Es gibt einen eigenen Knopf, um den 8,4-Zoll-Touchscreen auszuschalten („Screen off“). Das Gleiche erreicht man mit einem Druck auf den Lautstärkeregler, was uns ständig passiert ist, wenn wir die Musik stummschalten wollten. Doch dafür gibt es wieder einen eigenen Knopf direkt daneben („Mute“). Da haben es ein paar Designer zu gut gemeint.

Technisch haben die Italoamerikaner ordentlich aufgerüstet, vom automatischen Abstandshalter bis zum Parkassistenten.

Was man von einem Jeep erwartet, kann auch der Cherokee: nämlich abseits der Straße recht gut unterwegs sein. Das Allradsystem, so man sich dafür entscheidet, bietet neben speziellen Programmen für Schnee, Sport, Sand/Schlamm auch eine Untersetzung.

Der von uns getestete Cherokee mit dem stärksten 2,2-Liter-Dieselmotor mit 195 PS machte zwar immer auf sich aufmerksam, vor allem im Sport-Programm, das störte aber in diesem Set-up nicht. Der Testverbrauch lag bei sieben Liter auf 100 Kilometer.

Jeep bepreist den Cherokee durchaus selbstbewusst. Er beginnt bei 44.990 Euro, für die Top-Ausstattung Overland bezahlt man in der Dieselversion 62.990 Euro. Das sind schon Dimensionen eines gut verhandelten Grand Cherokee der Einstiegsklasse. (rie)

Compliance-Hinweis:

Die Reisen zu Produktpräsentationen wurden von den Herstellern unterstützt. Testfahrzeuge wurden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2019)

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